Tastatur, Benennung, Farbe, Zeit.
Was macht ein CAPTCHA barrierefrei?
Vier Fragen entscheiden es: Tastatur, Benennung, Farbe, Zeit. Dahinter stehen sechs Erfolgskriterien der WCAG 2.1.
Stand: August 2026
Was verlangt die WCAG 2.1 AA von einer Prüfung vor dem Absenden?
Bedienbar ohne Maus, benannt für den Screenreader, nicht nur farbig, ohne Zeitfalle.
Sechs Erfolgskriterien greifen an dieser Stelle. Fünf davon sind Stufe A, also die untere Schwelle.
- WCAG-Prinzip 1Textalternative, Farbe, Kontrast: 1.1.1, 1.4.1, 1.4.3
- WCAG-Prinzip 2Tastaturbedienung und Zeitbegrenzung: 2.1.1, 2.2.1
- WCAG-Prinzip 3Beschriftung oder Anweisung an der Eingabe: 3.3.2
- WCAG-Prinzip 4Name, Rolle und Zustand für Hilfstechnik: 4.1.2
Die WCAG ordnet ihre Erfolgskriterien vier Prinzipien zu. Hier stehen nur die Kriterien, die vor einem Formular eine Rolle spielen.
- 2.1.1 Keyboard
- Stufe A. Jede Funktion ist über die Tastatur erreichbar, ohne Vorgabe für den Zeitpunkt einzelner Anschläge.
- 4.1.2 Name, Role, Value
- Stufe A. Das Bedienelement hat einen Namen und eine Rolle, die Hilfstechnik auslesen kann. Zustandsänderungen werden mitgeteilt.
- 1.4.1 Use of Color
- Stufe A. Farbe ist nie das einzige Mittel, um einen Zustand oder eine Aufforderung zu vermitteln.
- 2.2.1 Timing Adjustable
- Stufe A. Zeitbegrenzungen lassen sich abschalten, anpassen oder verlängern.
- 3.3.2 Labels or Instructions
- Stufe A. Wo eine Eingabe erwartet wird, gibt es eine Beschriftung oder eine Anweisung.
- 1.4.3 Contrast (Minimum)
- Stufe AA. Text und Textbilder haben ausreichenden Kontrast zum Hintergrund.
Was sagt die WCAG ausdrücklich über CAPTCHAs?
Ein einziger Absatz, in Erfolgskriterium 1.1.1.
Er verlangt zwei Dinge, und das zweite wird fast immer übersehen.
"If the purpose of non-text content is to confirm that content is being accessed by a person rather than a computer, then text alternatives that identify and describe the purpose of the non-text content are provided, and alternative forms of CAPTCHA using output modes for different types of sensory perception are provided to accommodate different disabilities."
WCAG 2.1, Erfolgskriterium 1.1.1 Non-text Content, Stufe A
Prüfung ohne Eingabe
Kommt durch
- Nichts zu sehen, nichts zu lösen
- Kein Zeitlimit für den Besucher
- Screenreader stolpert über nichts
- Formular bleibt erreichbar
Bilderrätsel mit Tonspur
Bleibt draußen
- Aufgabe nur visuell lösbar
- Kacheln ohne Textalternative
- Tonspur oft unverständlich
- Taubblind: kein zweiter Weg
Beispielhafte Darstellung zweier verbreiteter Bauarten, keine Messung.
- Erstens
- Eine Textalternative, die Zweck und Art der Prüfung beschreibt. Nicht nur ein Alt-Text am Bild, sondern eine Erklärung, was hier verlangt wird.
- Zweitens
- Alternative Formen der Prüfung, die andere Sinne ansprechen. Ein Bilderrätsel ohne zweiten Weg erfüllt das nicht.
- Der Haken
- Ein Audiotrack als zweiter Weg hilft blinden Besuchern und gehörlosen nicht. Wer beides kombiniert braucht, steht vor beiden Türen.
Wie barrierefrei ist ByeBot selbst?
WCAG 2.1 AA ist unser Ziel. Von außen geprüft hat das niemand.
Der Satz steht bewusst vor der Tabelle und nicht danach.
- Externes Audit
- Keins.
- VPAT oder ACR
- Keiner.
- Konformitätserklärung
- Keine, weder nach EN 301 549 noch nach WCAG.
- Was es gibt
- Sechs Modi, davon zwei ohne jede Eingabe, und die Tabelle unten, die für die anderen sagt, wo es heute hakt.
Was verlangen die einzelnen Modi vom Besucher?
Zwei verlangen gar nichts. Drei verlangen etwas, und zwei davon haben eine Lücke.
Fünf Modi laufen im Betrieb. Der sechste ist die Vorführung, die Sie auf der Startseite sehen.
Ohne Eingabe
Zwei Modi
- Unsichtbar: kein Bedienelement
- Automatisch: läuft beim Laden
- Keine Tastaturhürde
Mit Eingabe
Drei Modi
- Klick: heute ohne Tastaturfokus
- Linie ziehen: kein Tastaturweg
- Kachelraster: Tastatur ja, Alt-Text nein
Eigene Prüfung des ausgelieferten Widget-Codes, Stand 1. August 2026.
- Unsichtbar
- Keine Eingabe. Es gibt kein Bedienelement. Der Besucher sieht nichts und bedient nichts.
- Automatisch
- Keine Eingabe. Die Prüfung läuft beim Laden. Der Besucher klickt nichts an.
- Klick
- Ein Klick. Das Feld ist mit der Maus bedienbar. Es hat heute keinen Tastaturfokus und keine ausgelesene Rolle. Wer nur mit der Tastatur arbeitet, kommt hier nicht weiter.
- Linie ziehen
- Ziehen mit Maus oder Finger. Es gibt keinen Tastaturweg. Escape bricht ab.
- Kachelraster
- Auswählen. Tab, Enter und Leertaste funktionieren, der Zustand wird als aria-pressed ausgegeben. Die Kacheln tragen keine Textalternative, die Aufgabe bleibt rein visuell.

Echte Aufnahme des laufenden Widgets, aufgenommen gegen die Produktivumgebung.
Wir könnten die drei letzten Zeilen weglassen. Sie würden es beim ersten Tastendruck merken. Für ein Formular, das für alle bedienbar sein soll, sind die beiden Modi ohne Eingabe der Weg, den wir selbst nehmen würden.
Prüfen Sie es mit Ihrer eigenen Tastatur.
Dreißig Sekunden, drei Tasten.
Auf der Startseite steht ein echtes Widget, kein Screenshot. Legen Sie die Maus weg.
- Tab
- Springt zum nächsten bedienbaren Element. Sichtbarer Fokusring, oder es taugt nichts.
- Enter, Leertaste
- Löst aus oder schaltet um.
- Escape
- Schließt eine geöffnete Aufgabe, ohne das Formular zu verlieren.
Wie hängt das mit dem BFSG zusammen?
Über § 12 Nummer 3 BFSGV.
Die Verordnung zum BFSG schreibt vier Eigenschaften für Webseiten, Online-Anwendungen und mobile Apps fest. Es sind dieselben vier Prinzipien, um die herum die WCAG aufgebaut ist.
"Damit Dienstleistungen die Anforderungen des § 3 Absatz 1 Satz 2 Barrierefreiheitsstärkungsgesetz erfüllen, müssen [...] Webseiten, einschließlich der zugehörigen Online-Anwendungen und auf Mobilgeräten angebotenen Dienstleistungen, einschließlich mobiler Apps, auf konsistente und angemessene Weise wahrnehmbar, bedienbar, verständlich und robust gestaltet werden."
§ 12 Nummer 3 BFSGV
Weiter geht die Kette auf dieser Seite nicht. Ob eine harmonisierte Norm darüber hinaus eine Konformitätsvermutung nach § 4 BFSG auslöst, hängt an einer Fundstelle im Amtsblatt der Europäischen Union, und die haben wir für die EN 301 549 unter diesem Gesetz nicht belegen können.
Fragen zur Barrierefreiheit einer Prüfung.
Kurze Antworten. Wo eine Lücke bleibt, steht sie hier ebenfalls.
Ist ein Bilderrätsel mit Kacheln für blinde Besucher lösbar?
Nur, wenn es einen zweiten Weg gibt. Ein Raster aus Kacheln stellt eine rein visuelle Aufgabe, und ohne Textalternative an den Kacheln bleibt sie das auch. Erfolgskriterium 1.1.1 der WCAG 2.1 verlangt deshalb zweierlei: eine Textalternative, die Zweck und Art der Prüfung beschreibt, und alternative Formen der Prüfung, die andere Sinne ansprechen.
Reicht eine Tonspur als zweiter Weg durch ein CAPTCHA?
Nicht für jeden. Ein Audiotrack als zweiter Weg hilft blinden Besuchern und gehörlosen nicht. Wer beides kombiniert braucht, steht vor beiden Türen. Dazu kommt, dass eine Tonspur oft unverständlich ist. Erfolgskriterium 1.1.1 verlangt alternative Formen der Prüfung, die andere Sinne ansprechen, und ein einziger zweiter Weg deckt nicht jede Einschränkung ab.
Ist das Kachelraster von ByeBot mit einem Screenreader lösbar?
Teilweise. Tab, Enter und Leertaste funktionieren, und der Zustand einer Kachel wird als aria-pressed ausgegeben. Die Kacheln selbst tragen aber keine Textalternative, die Aufgabe bleibt damit rein visuell. Diese Angabe stammt aus unserer eigenen Prüfung des ausgelieferten Widget-Codes, Stand 1. August 2026, nicht aus einem externen Audit.
Welcher Modus eignet sich für ein Formular, das jeder bedienen können soll?
Die beiden Modi ohne Eingabe: der unsichtbare, der kein Bedienelement zeigt, und der automatische, dessen Prüfung beim Laden läuft. Beide verlangen vom Besucher nichts, es gibt also auch keine Tastaturhürde. Für ein Formular, das für alle bedienbar sein soll, sind sie der Weg, den wir selbst nehmen würden.
Welche Taste bricht eine begonnene Aufgabe ab?
Escape. Im Modus mit gezogener Linie bricht Escape die Aufgabe ab, und im Selbsttest schließt Escape eine geöffnete Aufgabe, ohne das Formular zu verlieren. Die beiden anderen Tasten dieses Tests sind Tab, das zum nächsten bedienbaren Element springt, sowie Enter und die Leertaste, die auslösen oder umschalten.
Löst die EN 301 549 eine Konformitätsvermutung nach § 4 BFSG aus?
Das haben wir nicht belegen können, und deshalb behaupten wir es hier nicht. § 4 BFSG setzt eine Fundstelle im Amtsblatt der Europäischen Union voraus. Für die EN 301 549 unter diesem Gesetz haben wir eine solche Fundstelle nicht gefunden. Weiter als bis § 12 Nummer 3 BFSGV geht die Kette auf dieser Seite nicht.
Sieben Tage testen, dann entscheiden.
Ein Zahlungsmittel wird zu Beginn hinterlegt. In der Testphase liegt die Grenze bei 10.000 Prüfungen. Danach ab 19 € im Monat.